Kurz vor der Abgabe überfliegt fast jeder Fachautor sein Literaturverzeichnis nur noch.
Man sieht viele Einträge, sauber formatiert, und denkt: gefühlt vollständig.
Das Bauchgefühl trügt. Blinde Flecken werden erst sichtbar, wenn Sie das Verzeichnis wirklich auszählen.
Ein Beispiel. Sie schreiben über KI im Gesundheitswesen, beim schnellen Drüberschauen sieht alles gut aus. Werten Sie die Quellen nach Zahlen aus, sehen Sie plötzlich:
• 80 Prozent Ihrer Quellen sind älter als fünf Jahre, obwohl Sie über den aktuellen Stand schreiben.
• 70 Prozent der Studien stammen aus demselben Autoren-Netzwerk.
• Fast alle Fallbeispiele kommen aus US-Kliniken, die europäische Versorgungslage fehlt völlig.
Das Auszählen schreibt Ihnen nicht vor, was ins Buch gehört. Wenn Sie ein Thema bewusst nur streifen, reichen dafür wenige Quellen.
Es deckt auf, wo Absicht und Ausführung unbemerkt auseinanderlaufen.
Dass Zählen zeigt, was Schätzen verbirgt, habe ich in einem Partnerprojekt gesehen.
Eine Suche über einen großen Bestand medizinischer Fachtexte fand zunächst nur 74,2 Prozent der wirklich passenden Stellen unter den ersten zehn Treffern. Gut ein Viertel blieb unsichtbar, und geschätzt hätte das niemand.
In meiner Buchproduktion verlasse ich mich am Ende nicht auf das Bauchgefühl, sondern werte die Verteilung der Quellen systematisch aus. Das fachliche Urteil bleibt beim Autor. Die Zahlen zeigen ihm nur, ob die Recherche abbildet, was er vorhatte.
Wann haben Sie Ihr Literaturverzeichnis das letzte Mal nach harten Zahlen ausgewertet?
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Ich entwickle mit Fachautoren fachlich belastbare Sachbücher in einer KI-gestützten, durchgehend kuratierten Buchproduktion; bis zum quellengeprüften, lektoratsreifen Manuskript.