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LinkedIn-Beitrag vom 20. August 2026

Dr. Christof Schürmann

„Zeigen Sie mir, was Sie geändert haben”, sagte der Verlag. Und dann war es still.

Die Frage ist neu in dieser Form. Sie klingt harmlos, und die meisten Autoren, die mit KI arbeiten, können sie trotzdem nicht beantworten. Der Vorschlag ersetzt den Absatz in dem Moment, in dem er angenommen wird. Was er ersetzt hat, hat der Autor nie nebeneinander gesehen.

Das passiert immer dann, wenn ein Vorschlag direkt in den Text kopiert wird. Der neue Satz steht da, die Fassung davor ist fort, und mit ihr die Alternative, gegen die man ihn hätte halten können. Kommt die Frage dann im Verlagsgespräch, bleibt nur die Erinnerung, und die trägt nicht weit.

An einem Manuskript, das durch meine Hände geht, läuft es anders herum. Die Überarbeitung wird für eine markierte Stelle angefordert und steht dann zuerst nebeneinander: Ergänzungen grün, Streichungen rot, der Kommentar des Werkzeugs daneben. Der Autor liest, vergleicht und entscheidet. Erst danach geht die Änderung in den Text.

Die Markierungen überleben das Speichern. Sie stehen noch im Dokument, wenn die Sitzung, in der entschieden wurde, längst vorbei ist.

Die Reihenfolge entscheidet darüber, ob die Frage des Verlags überhaupt beantwortbar ist. Wer erst übernimmt und die Gegenüberstellung hinterher herstellen will, hat nichts mehr, woraus sie entstehen könnte.

Woran sehen Sie heute, welchen Satz ein Werkzeug vorgeschlagen hat und welchen Sie selbst geschrieben haben?

#Sachbuch

Grafik zum Beitrag vom 20. August 2026