Zugriff ist nicht Besitz. Der Unterschied fällt erst auf, wenn der Zugriff wegbricht.
Als PubMed im Frühjahr 2025 für Stunden nicht erreichbar war, wurde das sichtbar. Wer in dieser Zeit eine Studie brauchte, die am Vortag noch als Browser-Tab offen war, stand vor einer Seite, die nicht mehr lädt. Keine Kopie, kein Download, nur ein Verweis, der ins Nichts zeigt.
Der erste Reflex: Das ist selten, meine Quellen kenne ich. Der zweite: Es gibt doch europäische Alternativen. Beide Gedanken trügen, denn die Alternativen spiegeln nur dieselbe Quelle. Einen eigenen Bestand pflegen sie nicht. Sie verarbeiten weiter, was von dort geliefert wird. Bleibt die Lieferung aus, friert der Stand ein, den sie zuletzt gesichert haben. Es ist derselbe fremde Zugang, nur mit anderem Etikett.
Was das für ein Buchkapitel heißt, ist unangenehm konkret. Wer eine Studie nur als geöffneten Tab hat, besitzt sie nicht. Er hat sie gesehen, er kann sie nicht vorlegen. Beim Lektor, beim Verlag, bei einer kritischen Nachfrage zählt nicht, was man einmal gelesen hat, sondern was man zeigen kann.
Ein Manuskript, das auf Zugriff steht, steht auf geliehenem Boden. Eines, das auf Besitz steht, steht auf eigenem. Der Unterschied bleibt unsichtbar, bis der Zugriff endet.
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Ich bin Dr. Christof Schürmann und begleite Fachautoren bei quellenbasierten Sachbüchern. Das Thema kommt aus zwei Richtungen: aus Gesprächen mit Autoren, die den Zugriff auf ihr eigenes Werk verloren haben, und aus der Marktlage bei wissenschaftlichen Literaturdatenbanken. Woran ich arbeite: eine Arche für eigene und fremde Quellen, lokal auf dem eigenen Rechner, mit KI befragbar.
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