Ihr Exposé passt zum Verlag, zur Zielgruppe, zur Auflage. Nur Sie kommen darin nicht vor.
So läuft es bei vielen Erstautoren: Sie geben Ihre Idee und Ihr Material an eine erfahrene Hand, die weiß, was ein Verlag braucht, um Zielgruppe, Markt und Auflage zu treffen. Was zurückkommt, ist schlüssig: Struktur, Sprache, Aufbau, alles greift. Ein bewährtes Muster, das schon andere Bücher getragen hat.
Und dann lesen Sie es und finden sich nicht darin wieder. Nichts ist falsch, es ist sogar gut. Nur ist es glatt gebügelt auf das, was der Verlag erwartet, und dieser Weg führt an Ihnen vorbei. Genau weil es auf den Markt optimiert wurde, ist Ihre Stimme das Erste, was dabei verloren geht.
Markt-Passung und das eigene Buch sind zwei verschiedene Ziele. Wer das eine perfekt trifft, liefert nicht automatisch das andere. Wie gut die Leseprobe ist, entscheidet darüber wenig. Sie kann tadellos sein und trotzdem auf den Verlag ausgerichtet statt auf Sie.
Deshalb ist der einzige verlässliche Test, ob Sie sich wiedererkennen. Lesen Sie ein ausgearbeitetes Kapitel und finden Ihre Art, einen Gedanken zu bauen, Ihren Ton? Das gelingt nur, wenn das Kapitel aus Ihrem eigenen Material entsteht und Sie jede Wendung entscheiden, nicht wenn es auf ein Verlagsmuster getrimmt bei Ihnen landet.
So arbeite ich: erst das Kapitel, das nach Ihnen klingt, aus Ihrem Material und mit Ihrer Hand. Der Anschluss an einen Verlag kommt danach. In dieser Reihenfolge bleibt das Buch Ihres.
Erkennen Sie sich in Ihrem Probekapitel wieder, oder passt es nur gut?
#Sachbuch