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LinkedIn-Beitrag vom 9. Juli 2026

Dr. Christof Schürmann

„Mein ‚nein' habe ich doch erklärt”. Gesprochen hatte sie es tatsächlich, im Audio. Im nächsten Entwurf stand trotzdem wieder nur „nein”.

Sie hatte den Kommentar zwischen zwei Terminen direkt am Absatz auf dem iPad eingesprochen, statt ihn zu tippen. Eine knappe Minute, in der sie genau ausführte, was sie meinte: nicht ganz so, eher der Ton aus Kapitel 2 als diese Direktheit hier. Der Grund war da, die Alternative auch, alles klar und vollständig.

Zwischen ihrer Stimme und dem nächsten Entwurf lag trotzdem eine Lücke. Die KI hatte das Audio nie gehört, ihr lag nur das Stichwort aus der Randspalte vor: nein. Den ganzen Rest hatte niemand übertragen.

Das ist das Grundproblem bei Audio-Anmerkungen, die niemand verschriftlicht. Sie sind da und sie sind vollständig, und für die KI bleiben sie trotzdem unsichtbar. Wer zwischen zwei Terminen tippt, fasst sich kurz, ein „nein”, ein „besser anders”. Wer sich die Zeit zum Sprechen nimmt, wird ausführlich, sobald jemand zuhört, und genau dieser ausführliche Teil geht bislang verloren.

Seitdem lasse ich jeden Audio-Kommentar sofort verschriftlichen. Aus der knappen Minute Sprache wird ein strukturierter Hinweis mit dem Grund, der Alternative und einem klaren Auftrag an den nächsten Entwurf.

Mit diesem Kontext kann die KI weiterarbeiten. Sie weiß dann nicht nur, dass etwas geändert werden soll, sondern auch, was und warum. So trifft der nächste Entwurf das Gewollte und nicht bloß das Vermutete.

Wie kommt das, was Ihre Autoren im Audio wirklich meinen, in den nächsten Entwurf und nicht nur ins Audio-Archiv?

#Buchproduktion

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