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LinkedIn-Beitrag vom 1. Juli 2026

Dr. Christof Schürmann

„Ich habe das Buch nicht mit einem Ghostwriter geschrieben. Und auch nicht mit ChatGPT. Was dann?”

Diese Frage ist mir schon zweimal begegnet. Einmal von einem Verlagsprogrammleiter, einmal von einer Kollegin auf einem Kongress. Beide Male kam nach dem zweiten Nein eine kurze Stille. Nicht Skepsis, sondern echtes Nicht-Wissen: Wenn nicht das eine und nicht das andere, was dann?

Das Problem ist nicht die Antwort. Das Problem ist, dass die Kategorie keinen Namen hat.

Wer „KI” sagt, löst in Verlagsgesprächen fast immer denselben Reflex aus: entweder Ghostwriting mit neuen Mitteln, oder billiges Prompting ohne redaktionelle Kontrolle. Beides ist falsch, beides sitzt aber fest im Kopf des Gegenübers. Solange keine dritte Einordnung existiert, bleibt das Gespräch in der Luft.

Was tatsächlich passiert, wenn ein Fachbuch nach diesem Verfahren entsteht: Die fachliche Einschätzung bleibt beim Autor. Jede belegte Aussage ist rückverfolgbar. Jede Überarbeitungsrunde ist dokumentiert. Das klingt nach Lektorat mit sehr präzisen Anweisungen, weil es das im Kern ist. Nur systematischer.

Wer die Kategorie benennen kann, führt das Gespräch mit dem Verlag. Wer sie nicht benennen kann, verlässt das Gespräch mit Bedenkzeit.

Ich arbeite seit Monaten in dieser Kategorie. Einen etablierten Branchenbegriff dafür gibt es noch nicht. In meiner Praxis heißt sie: redaktionelle Buchproduktion mit dokumentierter Autorverantwortung.

Wenn Sie das nächste Mal im Verlagsgespräch erklären müssen, wie Ihr Buch entstanden ist: Haben Sie den Satz dafür schon?

Grafik zum Beitrag vom 1. Juli 2026