17 Kapitel. Ein einziger Redundanz-Check findet nur die offensichtlichen Wiederholungen.
Bei einem Sachbuch-Manuskript im medizinnahen Bereich, 17 Kapitel, habe ich einen kapitelübergreifenden Redundanz-Check gemacht. Die Empfehlungs-Liste war kurz, las sich sauber. Beim eigenen Lesen fiel mir später auf: in Kapitel 3 erkläre ich denselben Befund zweimal, einmal früh, einmal 30 Seiten später, leicht anders verpackt. Der Check hat es nicht gemeldet.
Wenn der Check kapitelübergreifend zuerst läuft, verschwinden lokale Wiederholungen im Rauschen der globalen. Umgekehrt findet ein kapitel-interner Lauf keine Strukturparallelen zwischen Kapitel 3 und Kapitel 11. Die zwei Wiederholungs-Typen sind strukturell verschieden. Eine Suche fängt nicht beide.
Erst Stufe 1: kapitel-intern. Jedes Kapitel für sich, was wird zweimal erklärt? Dann Stufe 2: kapitelübergreifend. Matrix aller Kapitel-Paare, wo doppeln sich Inhalte? Die Empfehlungs-Liste verweist auf beide Fundstellen. Welche Stellen bleiben und welche gestrichen werden, entscheidet der Autor.
Was nach Mehraufwand klingt, ist das Gegenteil. Redundanzen werden früher gefunden, nicht erst im Stil-Lektorat. Im 17-Kapitel-Manuskript wären die wichtigsten Doppelungen sonst erst beim Lesefluss-Check aufgefallen. Viel später.
Welche Wiederholung in Ihrem Manuskript haben Sie erst spät bemerkt, und in welchem Kapitel war sie verankert?