Pro Kapitel liegen vier Belege auf meinem Tisch. Drei davon sind neu.
Was alles auf dem Tisch liegt: das Manuskript, ein Bericht des Struktur-Lektorats, ein Bericht des Stil-Lektorats und eine Notiz, ob die Schluss-Fassung beide Empfehlungen aufgenommen hat. Vier Dokumente, die zusammen zeigen, welche Entscheidung ich als Autor getroffen habe und welche Empfehlung ich verworfen habe. Im normalen Verlagsalltag reicht oft das Manuskript. Bei einem Buch, das mit KI-Unterstützung entstanden ist, reicht es nicht.
Im laufenden Schreibprozess wachsen die Belege automatisch mit. Struktur-Lektorat und Stil-Lektorat laufen jeweils als eigener Schritt mit eigenem Bericht. Eine Schluss-Notiz gleicht beide Berichte mit der fertigen Fassung ab und hält pro Befund fest, ob er angenommen oder bewusst verworfen wurde. Das geht ohne nachträgliches Sammeln in der letzten Woche vor der Verlagsabgabe.
Die vier Belege sind das Dokument, das mir selbst zeigt, wo ich als Autor Verantwortung getragen habe und wo ich der Empfehlung gefolgt bin. Wenn die Transparenz-Pflicht des AI Act ab August 2026 greift, ist Offenlegung gefragt: was die KI beigetragen hat und was der Autor entschieden hat. Wer die vier Belege heute schon führt, hat die Antwort dann schwarz auf weiß.
Welche Belege haben Sie heute, wenn ein Verlag oder Leser ab August 2026 konkret nachfragt, wer welche Entscheidung getroffen hat?