Die schärfste Gegenstimme zum Gastkapitel in Ihrem Buch stammt von Ihnen selbst. Vor zwölf Jahren.
Der Entwurf kommt von außen, von einem Co-Autor oder Kollegen. Darunter steht Ihr Name. Sie prüfen den Text an Ihrer Linie; Maßstab ist Ihr Gedächtnis, und das hält vor allem das letzte Buch.
Nehmen Sie ein Gastkapitel mit vierzig Aussagen. Legt man sie gegen alles, was Sie veröffentlicht haben, landen sie in drei Spalten:
- 26 sind durch Ihr Werk gedeckt, jeweils mit Fundstelle in einem Ihrer Bücher
- 9 finden dort keine Deckung, weil Sie dazu nie etwas geschrieben haben
- 5 laufen dem zuwider, was von Ihnen gedruckt vorliegt
Eine Stelle aus der dritten Spalte: Der Entwurf rät, Kindern das Lesen vor der Einschulung beizubringen, ohne Einschränkung. In Ihrem zweiten Buch, Seite 212, gilt das nur, wenn das Kind es will, über zwei Absätze begründet.
Beim Lesen fällt das kaum auf. Der Satz klingt nach Ihnen.
Ob Sie damals recht hatten oder der Kollege heute, klärt keine Tabelle. Sie macht die Frage sichtbar, bevor das Kapitel unter Ihrem Namen erscheint.
Im lokalen Wissensarchiv, das ich für das Gesamtwerk eines Autors baue, wird ein fremder Entwurf Aussage für Aussage am eigenen Bestand geprüft.
Die Volltextsuche zieht die wortgenauen Stellen mit Fundstellen-Kennung, ein Sprachmodell baut den Vergleich allein daraus, und die dritte Spalte prüfe ich selbst nach.
Der fremde Text bleibt als fremd gekennzeichnet. Ein Faktencheck ist das nicht; der Maßstab ist Ihr gedrucktes Werk, und KI erfindet darin keine Seite dazu.
Vor der Veröffentlichung kennen Sie die fünf Stellen, an denen Sie sich selbst widersprechen würden. Was Sie daraus machen, bleibt Ihre Entscheidung.
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Ich entwickle mit Fachautoren fachlich belastbare Sachbücher in einer KI-gestützten, durchgehend kuratierten Buchproduktion; bis zum quellengeprüften, lektoratsreifen Manuskript.