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LinkedIn-Beitrag vom 7. Oktober 2026

Dr. Christof Schürmann

Im August nahm ein Universitätsverlag ein fertiges Buch vom Markt. Wegen eines einzigen Zitats.

Die Worte in den Anführungszeichen hatte der Zitierte nie gesagt, schreibt Retraction Watch. Sie standen in einem Gerichtsurteil, in dem ein Richter dessen Position zusammenfasste. Der Autor hatte aus zweiter Hand zitiert und den Umweg nicht mehr gesehen.

So entsteht der Fehler fast immer. Ein Zitat wandert aus der Fundstelle ins Manuskript, und unterwegs geht verloren, wer es gesagt hat und wo es steht.

Stellen Sie sich ein Sachbuch-Kapitel über Ernährung mit vierzig Fußnoten vor. Angenommen, bei acht ist der Weg zurück zur Seite nicht mehr da:

- aus der Erinnerung: inhaltlich passt es, die Wörter sind andere
- aus einer Zusammenfassung: die Wörter passen, die Seite gehört zu einem anderen Text
- aus einer Zweitquelle: beides mitgenommen, inklusive des Fehlers des anderen Autors

Beim Schreiben fällt das nicht auf. Es fällt auf, wenn ein Lektorat nachfragt.

KI vergrößert die Lücke. Bitten Sie ein Sprachmodell, ein halb erinnertes Zitat zu ergänzen, erhalten Sie einen Satz, der nach dem Autor klingt, samt Seitenzahl. Ob es die Stelle gibt, verrät er nicht.

In dem lokalen Wissensarchiv, das ich für das Gesamtwerk eines Autors baue, sind zwei Schritte getrennt. Zuerst zieht die Volltextsuche die Textstellen wortgenau heraus, jede mit fester Fundstellen-Kennung; verfasst wird dabei nichts.

Danach schreibt das Sprachmodell, nur auf Grundlage dieser Stellen. Jeder Antwortsatz bekommt die Nummer seiner Fundstelle.

Ob eine Aussage in der Welt zutrifft, klärt das nicht. Es hält fest, dass der Wortlaut so in Ihrem Werk steht, und wo.

Ein Zitat stammt wortgleich aus der Fundstelle und nimmt deren Kennung mit, oder es bleibt draußen. Erinnerung ersetzt keine Fundstelle.

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Ich entwickle mit Fachautoren fachlich belastbare Sachbücher in einer KI-gestützten, durchgehend kuratierten Buchproduktion; bis zum quellengeprüften, lektoratsreifen Manuskript.

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