„Welche Sätze sind von der KI?” Das Lektorat fragt am fertigen Text, wo man es nicht sieht.
Stellen Sie sich ein Sachbuch über Schlaf vor und darin den Satz: „Wer unter sechs Stunden schläft, greift am nächsten Tag häufiger zu Süßem.” Auf drei Wegen kann er in dieses Kapitel geraten sein.
- aus Ihrem eigenen Vortrag, gehalten vor vier Jahren
- aus einer Studie, die Sie während der Recherche gefunden haben
- aus dem, was das Sprachmodell von sich aus weiß, ohne dass eine Quelle beteiligt war
Sind die drei Varianten ausformuliert, wirken sie gleich. Der Unterschied steckt in der Prüfung im Hintergrund, und diese Prüfung fällt jedes Mal anders aus.
Beim eigenen Vortrag prüfen Sie gegen den eigenen Bestand, nicht gegen die Welt: Haben Sie das damals genau so gesagt, oder zurückhaltender? Die recherchierte Studie muss die Formulierung tragen, so wie sie jetzt im Text steht.
Was das Sprachmodell aus eigenem Wissen liefert, beginnt als Behauptung. Häufig fachlich richtig, unbelegt, und dem Satz ist das nicht anzusehen.
Beim Schreiben notiere ich die Herkunft für jeden Satz. Auch Monate später kann ich Ihnen sagen, wo er herkommt und wer ihn zuletzt bearbeitet hat.
Vor dem Bau der Belegstrecke habe ich eine Regel festgelegt: Zu jedem Satz gehört eine Fundstelle, oder er ist klar als Lücke gekennzeichnet. Kein Mittelweg. Die Halb-Aussage „stimmt wohl, ein direkter Beleg fehlt aber” kommt nicht durch.
Eine Lücke wirft den Satz nicht aus dem Text. Wenn kein Beleg ihn in seiner starken Form trägt, wird er abgeschwächt und als das markiert, was er ist: eine Hypothese, ein Einzelbefund oder ein offener Streit. Gestrichen wird nur, was falsch ist.
Die Frage des Lektorats stimmt. Wer sie erst am fertigen Text stellt, sieht drei gleiche Sätze und bekommt keine Antwort.
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Ich entwickle mit Fachautoren fachlich belastbare Sachbücher in einer KI-gestützten, durchgehend kuratierten Buchproduktion; bis zum quellengeprüften, lektoratsreifen Manuskript.