„Ab 50 hat jeder Dritte Muskelschwund.” Die Quelle existiert, dieser Satz steht nicht darin.
Solche Sätze findet man in vielen Gesundheitsbüchern, jeweils mit Fußnote. Der Fachautor öffnet das DOI, die Übersichtsarbeit erscheint, der Verweis funktioniert.
Beim Nachlesen nennt die Arbeit Werte nach Alter:
- 15,7 Prozent bei 60 bis 69 Jahren
- 27,2 Prozent bei 70 bis 79
- 45,4 Prozent ab 80
Ein Drittel wird erst jenseits der Achtzig erreicht. Die Zahlen der Arbeit passen, der Satz darüber kippt.
Hier hat niemand geschlampt. Eine Fußnote muss vier Dinge auf einmal klären. Der Klick erledigt die erste Frage. Die übrigen drei kosten Arbeit, und an dieser Stelle bleiben sie liegen.
- Existiert die Arbeit? Abgleich mit PubMed oder Crossref.
- Trägt sie die Aussage? Dann muss jemand lesen, was darin steht.
- Findet sich die Zahl im Volltext? Die Zusammenfassung genügt nicht.
- Ist sie noch gültig? Rücknahmen und Expressions of Concern, die Warnhinweise der Zeitschriften, verlangen eine eigene Suche.
Beim vierten Punkt täuscht der Klick am stärksten: Eine zurückgezogene Arbeit bleibt online, ihr DOI führt weiter dorthin.
An den Manuskripten, die ich gemeinsam mit Fachautoren bearbeite, stelle ich alle vier Fragen, mit zwei Verfahren nebeneinander.
Bei Verzeichnissen und Volltext laufen die Abfragen deterministisch: Eine Zeichenkette findet sich oder eben nicht.
Für die zweite Frage, die inhaltliche Deckung, läuft parallel ein Sprachmodell. Es legt Fundstelle und Satz nebeneinander. Ob die Abweichung ins Gewicht fällt, entscheidet ein Mensch, der beides vor sich hat.
Eine gepflegte Quellenliste mit 200 auflösenden DOIs beweist, dass es 200 Arbeiten gibt. Was in ihnen steht, bleibt offen.
Bei wie vielen Ihrer Fußnoten kam die zweite Frage wirklich dran?
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Ich entwickle mit Fachautoren fachlich belastbare Sachbücher in einer KI-gestützten, durchgehend kuratierten Buchproduktion; bis zum quellengeprüften, lektoratsreifen Manuskript.