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LinkedIn-Beitrag vom 25. Juni 2026

Dr. Christof Schürmann

„Ich dachte, nach dem Faktencheck klingt der Text nach mir. Er klang immer noch nach KI.”

Der Faktencheck war abgeschlossen. Die Quellen stimmten. Der Lektor hatte freigegeben. Und dann las Dr. Mareike das Kapitel laut vor und stockte nach dem dritten Satz. Nicht weil etwas falsch war. Sondern weil es nach niemandem klang.

Das ist kein Qualitätsproblem. Es ist ein Reihenfolge-Problem.

Faktenprüfung und Stilprüfung beantworten verschiedene Fragen. „Stimmt diese Aussage?” ist eine andere Frage als „Klingt das nach mir?” Wer beide in dieselbe Runde schickt, bekommt auf eine davon keine ehrliche Antwort. Meistens auf die zweite.

Erst wenn die Faktenbasis steht, kann das Stil-Lektorat seine Arbeit machen. Vorher tastet es im Dunkeln: es weiß nicht, welche Sätze noch geändert werden müssen und welche schon tragen.

In meiner Praxis hat diese Trennung eine eigene Prüfrunde bekommen. Zuerst gehen Wiederholungen raus. Dann kommen die Fakten dran. Zwischen Faktenbasis und Stil-Lektorat liegt ein gezielter Durchgang, der typische KI-Formulierungen sichtbar macht, bevor jemand über Stil urteilt. Was danach bleibt, klingt nach dem Autor.

Wie trennen Sie in Ihrem aktuellen Manuskript-Prozess die Frage „Stimmt das?” von der Frage „Klingt das nach mir?”

Grafik zum Beitrag vom 25. Juni 2026