Das ist nicht das, was ich brauche. Meine Manuskripte kommen von Agenten, nicht von einer KI-Submission-Plattform.
Dieser Satz aus einem Workshop mit einer Verlagsleiterin letzte Woche hat mich zum Nachdenken gebracht. Wir diskutierten über KI-gestützte Manuskriptbewertung, und ich hatte - wie so oft - eine generische Lösung vorgeschlagen.
Die Realität war spezifischer: Literaturagenten senden kuratierte Manuskripte an das Lektorat. Die Lektoren analysieren diese weiter, priorisieren und planen die nächsten Schritte. Kein direkter Autorenkontakt durch KI. Keine automatische Absage. Sondern ein Assistent, der dem Lektor bei der Bewertung hilft.
Ein klassischer Moment, der zeigt: KI muss sich an unsere Prozesse anpassen, nicht umgekehrt.
Nach der Korrektur haben wir die Autoren-Journey komplett neu aufgesetzt. Statt einer Standard-KI-Anwendung entstand eine maßgeschneiderte Lösung, die exakt in den bestehenden Lektoratsworkflow passt. Die Verlagsleiterin behält die Kontrolle, die KI unterstützt intelligent im Hintergrund.
Das ist für mich die Berghütten-Philosophie: Die KI an die eigene kreative Realität anpassen, nicht die Kreativität an die KI. Verlagsleiter definieren oben in der Berghütte den Rahmen. Die Technologie folgt unten im Tal.
Generische KI-Lösungen sind selten die beste Antwort. Die beste Antwort entsteht, wenn kreative Führung die KI-Entwicklung aktiv steuert und sicherstellt, dass bewährte Lektoratsprozesse optimal ergänzt werden.
Wie spezifisch sind eure KI-Lösungen im Verlag? Passt ihr die Technologie an eure kreativen Prozesse an oder umgekehrt?